TEAMWORK 2010 - Die Info´s zur Übung

Einsatzübung der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk vom 10.04.2010 im Stadtgebiet Wittlich

Angenommene Lage:

Lang anhaltende und ergiebige Regenfälle verbunden mit einsetzender Schneeschmelze in der Eifel haben den Fluss Lieser stark ansteigen lassen. Der Pegel Plein zeigt bereits einen Stand von 295 cm bei geringer Abflußmenge. Aufgrund Starkregens im Einzugsgebiet der Lieser ist mit einem weiteren stetigen Ansteigen zu rechnen. Für den Pegel Plein wird ein historischer Höchststand von 320 cm vorher gesagt. Darüber hinaus hat der Deutsche Wetterdienst hat eine amtliche Unwetterwarnung für den Bereich der Wittlicher Senke vor vereinzelt Schweren Sturmböen von bis zu 100 km/h herausgegeben, bei denen mit umstürzenden Bäumen und umherfliegenden Gegenständen zu rechnen ist. Die für die örtliche Gefahrenabwehr zuständige Feuerwehr der Stadt Wittlich hat dem THW die Einsatzabschnittsleitung für den Bereich der Hochwassersicherung im Stadtgebiet Wittlich übertragen.

Einzelszenarien:

1. Hasenmühle
Ein Kleintransporter, der mit 2 Personen besetzt ist, ist von der hochwasserführenden Lieser mitgerissen worden. Es ist die Personenrettung und Fahrzeugbergung durchzuführen.

2. Brückenmühle
Ein Mitarbeiter des Bäckereibetriebes ist aus einem Abwasserschacht zu bergen. Zusätzlich ist zur Evakuierung von Personal und Betriebsinventar ein Hochwassersteg aufzubauen.

3. Rommelsbachparkplatz
Ein Baum ist auf einen PKW gestürzt und Teile einer umfallenden Mauer haben einen weiteren PKW unter sich begraben. Es ist die Personenrettung aus beiden Fahrzeugen durchzuführen.  

4. Römische Villa
Eine Gruppe von jugendlichen Wanderern befindet sich im Bereich der Römischen Villa. Eine Evakuierung der Gruppe durch den angrenzenden Wald ist wegen umstürzender Bäume zu gefährlich. Die Personenrettung muss direkt über die hochwasserführende Lieser erfolgen.

5. Zentralkläranlage Wittlich-Wengerohr
Zur Vermeidung einer Überschwemmung ist das Betriebsgelände mittels Sandsackverbau zu sichern. Ein Klärwärter verunglückt bei Hochwassersicherungsmaßnahmen in einem abwassertechnischen Bereich der Betriebsanlage. Die Personenrettung ist durchzuführen. Aufgrund in dem Bereich befindlicher gesundheitsgefährdender Gase ist an den Eigenschutz der Einsatzkräfte eine besonders hohe Anforderung zu stellen.

6. Sterenbachstausee
Der Wasserüberlauf hat sich mit Schwemmgut zugesetzt. Es drohen größere Schäden am Überlauf. Um den Wasserdruck abzusenken sind Pumparbeiten vorzunehmen und das Schwemmgut am Wasserüberlauf zu entfernen. Während den Arbeiten stürzt ein Schaulustiger in den Sterenbachstausee. Eine Personenrettung aus dem Wasser ist durchzuführen.

Mitwirkende Einheiten:
 

Führungsgruppe Technische Einsatzleitung Landkreis Bernkastel-Wittlich


THW Ortsverband Bitburg 
 
- Zugtrupp (ZTr)
- 1. Bergungsgruppe (B1)

THW Ortsverband Cochem
- 1. Bergungsgruppe (B1)
- 2. Bergungsgruppe (B2)

THW Ortsverband Daun/Vulkaneifel
- 1. Bergungsgruppe (B1)
- Fachgruppe Logistik-Verpflegung (FGr LogV)

THW Ortsverband Trier
- Fachgruppe Führung/Kommunikation (FGr FüKom)
- 1. Bergungsgruppe (B1)

THW Ortsverband Wittlich
- Leitungs- und Koordinierungsstab (LuK OV)
- 1. Bergungsgruppe (B1)
- 2. Bergungsgruppe (B2)
- Fachgruppe Wassergefahren (FGr W)
- Jugendgruppe (JuGr)

THW Ortsverband Zell

- Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen (FGr WP)


So sah es die Presse:
(Quelle: Trierischer Volksfreund - Online-Ausgabe vom 12.04.2010 - www.volksfreund.de)


Trainieren für den Ernstfall

Personenrettung, Fahrzeugbergung und Brückenbau, das waren nur einige der Aufgaben, die über 100 ehrenamtliche Helfer der THW-Ortsverbände Wittlich, Trier, Daun sowie Cochem und Bitburg am Samstag im Rahmen einer Einsatzübung im Stadtgebiet Wittlich zu meistern hatten.

Wittlich. (soa - Andreas Sommer)
Geübt wurden nicht nur die handwerklichen Griffe unterschiedlicher Einsatz-Szenarien, sondern auch das Zusammenspiel der verschiedenen Führungsebenen unter Einbeziehung der Führungsgruppe Technische Einsatzleitung des Landkreises Bernkastel-Wittlich. Den Führungskräften stand dabei ein moderner Einsatzleitwagen mit räumlich getrennten Funk-Arbeitsplätzen und einem separaten "Lage- und Planungszentrum" zur Verfügung. "Wenn über 100 Kräfte im Einsatz sind, ist so ein modernes Führungsequipment enorm wichtig", unterstreicht Jörg Teusch, stellvertretender Einsatzleiter der Technischen Einsatzleitung des Landkreises Bernkastel-Wittlich. Und so konnten die Helfer dann auch überwiegend ohne größere Probleme die gestellten Aufgaben einer fiktiven Hochwasserlage bewältigen.
 
An der Lieser in Höhe Hasenmühle galt es beispielsweise zwei Personen aus einem in der Lieser auf dem Dach liegenden Kleintransporter zu retten. Wenige Hundert Meter weiter, errichteten Fachkräfte einen Hochwassersteg über den Fluss und retteten einen Mitarbeiter eines angrenzenden Bäckereibetriebes aus einem Abwasserschacht.
 
Nicht weniger aufwendig war die Personenrettung an der Römischen Villa. Das Szenario sah vor, das eine Gruppe jugendlicher Wanderer mittels Rettungstrage und Seilwinde über die Hochwasser führende Lieser zu evakuieren sei. "Früher musste häufig improvisiert werden", erinnert sich Werner Mertes aus dem THW-Ortsverband Wittlich, der seit 1981 viele Jahre für das THW im Ausland im Einsatz war, "heute ist die Technik gerade im Brückenbau so weit fortgeschritten, das man alles in Modulbauweise aufbauen kann".

Insgesamt bewertete Markus Haier, Geschäftsführer der THW-Geschäftsstelle Trier, das Ergebnis der Übung positiv, auch wenn es hier und da, wie er sagt, noch Kleinigkeiten zu verbessern gäbe.

Das Video zur Übung von Volksfreund.tv

Die Bilder zur Übung finden Sie in unserer Bildergalerie !!!




Veröffentlicht am:
09:20:56 12.04.2010 von Axel Lamberti

Letzte Aktualisierung
19:59:26 16.04.2010